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Leseprobe |
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| aus: Olaf Fritsche Aufgepasst, zugefasst! Spuren sichern, kombinieren, Fälle lösen - ein Mitmach-Krimi für clevere Kids rororo rotfuchs ISBN 3-499-21333-8 |
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... Also zwingt Chris sich zur gewohnten Nachtzeit aus dem Bett, schlüpft in seine Klamotten und fährt im Dunkeln mit dem Rad den Weg, den er in den vergangenen Wochen so oft zurückgelegt hat. Wie in Trance lehnt er das Rad an den Zaun. Seine Füße tragen ihn automatisch an der Garage vorbei auf das kleine Gartenhäuschen zu. Chris drückt die Klinke nach unten, schiebt die Tür auf... DRRRRRRRRRRRRRRRRRR... Schlagartig ist er hellwach! ...RRRRRRRRRRRR... Was ist das für ein Lärm? Wo kommt der Krach her? Entsetzt sieht Chris, wie in den Häuser die Lichter angehen. Nichts wie weg hier!, schießt es ihm durch den Kopf. In Nullkommanix ist er wieder auf der Straße, greift sich das Fahrrad und düst davon, so schnell seine Beine die Pedale kurbeln können. Hinter sich glaubt er wütende Rufe zu hören. Ein paar Stunden früher haben Tanja und Alex anfangs nicht einschlafen können. Ob der Dieb wohl auch diese Nacht kommen würde? Beide liegen voll angezogen auf ihren Betten, um schneller nach draußen laufen zu können, wenn die Alarmanlage losgeht. Es sit ihnen sogar gelungen, ihre Väter dazu zu überreden, sich Trainingsanzüge griffbereit neben die Betten zu legen. Inzwischen ist es schon nach elf Uhr, und bislang wirkt alles friedlich. Falls der Einbrecher nun nicht kommt? Dann penne ich eben in Erdkunde ein, denkt sich Alex. Mist, ich hätte einen neuen Film für meinen Fotoapparat kaufen sollen. Für die Verbrecherfotos... Langsam dämmert er ins Land der Träume hinüber. Auch Tanja fallen immer wieder die Augen zu. Zuerst hat sie noch voller Elan ihre Comics sortiert. Zwei von denen kommen ihr ziemlich unbekannt vor. Ob sie die überhaupt schon gelesen hat? Sie wirft sich mit den Heften aufs Bett und fängt an zu blättern. Zwischendurch schreckt sie ab und zu hoch, nachdem sie eingenickt und mit dem Kopf auf die Seiten des Comicheftes geplumpst ist. Drrrrrrrrrrrrrrrrrr... "Nanu. Wer hat denn hier den Wecker gestellt?", fragt sich Alex schlaftrunken. Er hat gerade so schön geträumt, wie er eine vollautomatische Hausaufgabenmaschine zusammenlötet. Dann schießt es ihm durch den Kopf: die Alarmanlage! Mit einem Satz ist er auf den Beinen, saust die Treppenstufen herunter und prallt gegen den Bauch seines Vaters. "Du bleibst hinter mir, verstanden!", befiehlt dieser. Sein Gesichtsausdruck ist so ernst, wie Alex ihn noch nie zuvor gesehen hat. Bewaffnet mit einer großen Taschenlampe schleichen die beiden angespannt durchs Wohnzimmer zur Verandatür. Alex' Mutter postiert sich neben dem Telefon, bereit, die Polizei anzurufen, wenn es Schwierigkeiten geben sollte oder sie den Dieb gefasst hätten. Als Herr Globelsky und sein Sohn im Garten ankommen, sehen sie gerade noch, wie jemand um die Hausecke flitzt. "Hinterher!", ruft im selben Moment Tanja, die quer durch den Garten rennt und an Alex vorbei dem Schatten folgt. Knapp hinter ihr läuft Ben, der mit seiner Schwester kaum Schritt halten kann. Mit einigem Abstand bildet Herr Küfer das Schlusslicht. "Seid vorsichtig!", keucht er warnend. Tanja ist schnell, doch der Flüchtende hat zu viel Vorsprung. Als sie auf der Straße ankommt, sieht sie nur noch, wie er auf einem klapprigen Fahrrad davonrast. "Das ist ja ein Kind!", stößt sie erstaunt hervor. "Ein Junge, bestimmt nicht älter als Alex und ich." "He! Bleib stehen!", ruft Ben ihm nach. "Komm zurück! Wir tun dir nichts." Aber entweder kann der Junge ihn auf seiner Flucht nicht hören oder er hat zu viel Angst. Jedenfalls tritt er aus Leibeskräften in die Pedale und ist kurz darauf verschwunden. Am nächsten Morgen sitzt Alex am Tisch im Clubhaus und hört Tanja, die immer zwei Schritte auf und ab geht, beim lauten Denken zu. "Also, was wissen wir? Vor kurzem ist jemand nachts hier eingebrochen und hat den Computer geklaut. Als Beweise haben wir Fingerabdrücke gesichert, die von niemandem aus unseren Familien stammen. Außerdem Reifenspuren von einem fremden Fahrrad. Richtig?" "Die Disketten nicht zu vergessen!", ergänzt Alex. "Genau. Und letzte Nacht haben wir einen Jungen in unserem Alter erwischt, wie er direkt, als die Alarmanlage losgegangen war, aus eurem Garten abgehauen ist. Die Frage lautet: War das der Einbrecher? Oder sind das zwei unterschiedliche Personen?" "Ich habe heute früh ganz frische Fingerabdrücke von der Türklinke genommen und einen neuen Abdruck von den Fahrradspuren vor unserem Zaun gemacht." "Und?" Tanja bleibt neugierig stehen. "Die Fahrradspuren sind identisch", sagt Alex. "Was ist mit den Fingerabdrücken?" "Sieh selbst!" Alex reicht Tanja zwei Pappkärtchen mit Tesafilmstreifen, auf denen Abdrücke fixiert sind. "Die links sind von dem Einbrecher, und die rechts stammen von dem Jungen. Wenn du sie vergleichst..." "Das kann ich so nicht erkennen", unterbricht Tanja ihn. "Kann man die nicht irgendwie vergrößern? Mit einer Lupe oder einem Mikroskop?" "Kein Problem." Alex stöbert in seinen Schubladen und zieht einen alten Schnellhefter hervor. Mit einer Schere schneidet er einen Streifen von dem Klarsichtdeckel ab. Dann legt er ihn mit den Enden auf zwei Bücher, sodass es aussieht wie eine kleine Brücke über einem Miniabgrund. Er tunkt einen Pinsel in ein Glas mit Wasser und tupft einen Tropfen auf die Mitte des Plastikstreifens. "Gibst du mir mal die Abdrücke?" Verwundert darüber, was Alex sich schon wieder ausgedacht hat, reicht Tanja ihm die Pappen, die Alex nun nebeneinander unter den Streifen schiebt. "Voilá! Deine persönliche Wassertropfenlupe." "Das soll eine Lupe sein?" "Sogar eine ziemlich gute. Die vergrößert stärker als das teure Teil von meinem Vater", behauptet Alex. "Je kleiner der Tropfen ist, umso doller. Und wenn du willst, kannst du dir mehrere Linsen mit verschiedenen Vergrößerungen nebeneinander machen." Mach es selbst Die Wassertropfenlupe Das brauchst du: einen alten Schnellhefter mit Klarsichtdeckel, eine Schere, einen Pinsel, Wasser, ein paar dünne und dicke Bücher So wird's gemacht:
Neugierig sieht Tanja durch den Wassertropfen. "Wow! Du hast nicht zu viel versprochen." Alex streckt sich bei diesem Lob ein bisschen Richtung Decke. Ganz deutlich kann Tanja die einzelnen Besonderheiten des Fingerabdrucks erkennen. Hier hat er einen Wirbel, und dort machen die Linien eine Schleife. Sie schiebt die andere Pappe unter den Tropfen. Aha, auch bei diesem Abdruck Wirbel und Schleife, genau an den gleichen Stellen. "Die stammen vom selben Finger", stellt sie fest. "Das denke ich auch", stimmt Alex ihr zu. "Was bedeutet,..." "... dass dieser Junge von gestern Nacht unseren Computer gestohlen hat!" Beobachtungstipp Wenn ein Verdächtiger immer den gleichen Weg nimmt, kann man die Strecke auch in mehreren Teilen herausfinden. Am ersten Tag folgst du ihm nur ein Stück weit und merkst dir, wann er an dieser Stelle vorbeigekommen ist. Am nächsten Tag wartest du dort in der Nähe. Jetzt findest du den zweiten Teil des Weges heraus. So folgst du ihm jeden Tag nur ein paar hundert Meter, und der Verdächtige merkt nicht, dass er verfolgt wird. |
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